Aktivitäten 

Die Region ist stark landwirtschaftlich geprägt, ca. 80% Landwirtschaftsfläche stehen 10% Waldfläche gegenüber. Während Döbeln und Mittweida ländlich und durch unterschiedliche Unternehmensbranchen charakterisiert sind, hat in Meißen der Tourismus einen hohen Stellenwert.

Es bestehen einige Projekte zur energetischen Nutzung der Biomasse, dabei kommen vornehmlich Stroh und holzartige Biomasse sowie Biogassubstrate (Gülle, Ernterückstände) in einer Anlage zur Stromerzeugung aus fester Biomasse, in einigen größere Holzfeuerungen und ca. 10 größere Biogasanlagen zum Einsatz. Die Stromerzeugung wird dabei im Wesentlichen von der Biogaserzeugung, Gebrauchtholzverstromung und der biogenen Restmüllverbrennung getragen, die Wärmebereitstellung hauptsächlich von Stroh und Waldholz.

Aufgrund des hohen Potenzials an energetisch nutzbarem Stroh und Biogassubstraten soll der Schwerpunkt der Aktivitäten in dieser Region in der Nutzung landwirtschaftlicher Biomassen sowie in der Kopplung von Landwirtschaft und Industrie/Technologieanbieter durch Netzwerkbildung liegen.

Am 31.3. 2005 fand die Auftaktveranstaltung in Meißen statt. Ziele des ersten Workshops waren die Vorstellung des Projektes "BioRegio" und seiner Ziele sowie das Zusammenführen von derzeitig wie zukünftig aktiven Akteuren der Region "Mittelsachsen" im Bereich der Bioenergie. Auf Basis dieser Informationsplattform und weiterer Aktivitäten innerhalb des Projektes sollen neue, innovative Bioenergie-Projekte initiiert werden, die zum einen zur weiteren energetischen An­wendung der Bio­masse und da­mit zur Ein­bindung der Bio­masse ins Energie­system der Region beitragen. Zum an­deren soll durch die Initiierung inno­va­tiver Bio­energie- Projekte ein re­gio­naler Mehrwert erzeugt werden, z.B. durch Bildung von Akteurs­netz­werken, Schaffung und Er­haltung von Arbeits­plätzen, Nutzung regionaler Ressourcen.

Zu Beginn des Workshops erfolgte eine Vorstellung des Projektes BioRegio durch Herrn Bemmann, Institut für ZukunftsEnergieSysteme Saarbrücken, IZES. Im Anschluss daran stellten sich die Workshopteilnehmer mit ihren derzeitigen wie geplanten Akti­vi­täten vor und äußerten Er­war­tungen an das Projekt.

Im Folgenden wur­den seitens des Instituts für Energetik und Um­welt Leipzig, IE, Impulsvorträge zu Schwer­punkten wie Techno­logien zur Energie­ge­winnung aus Bio­masse, Potenziale von Biomasse sowie administrative Randbedingungen referiert. Die sich anschließende rege Diskussion zeigte das große Interesse der Workshopteilnehmer an der Thematik als auch die Möglichkeiten der Region, neue innovative Projekte zur Energiegewinnung aus Biomasse umzusetzen. Betont wurde dabei die Notwendigkeit, Landwirtschaft und Industrie – hier insbesondere der Maschinenbau und Technologieentwickler/-anbieter-  miteinander zu vernetzen.

Zum Abschluss des Workshops wurde ein gemeinsames weiteres Vorgehen vereinbart. Die Region ist stark landwirtschaftlich geprägt, daher sollen vornehmlich landwirtschaftlich anfallende Biomassen verstärkt energetisch genutzt werden. Schwerpunkte für weitere Aktivitäten und Ansätze sind Biogas, feste Biomasse (hier insbesondere Stroh) sowie Kraftstoffe aus Biomasse (BTL, Biodiesel, Rapsöl). Das Protokoll zur Auftaktveranstaltung steht hier zum Download bereit.

Nach dem vorbereitenden ersten Workshop kamen die lokalen Akteure zum zweiten Workshop, um konkret die Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit auszuloten. Dieser zweite Workshop fand am 24.5. 2005 in Bockelwitz in Kooperation mit dem ökologischen Kreativzentrum Sachsen e.V.  – ÖKZ – statt. Das Thema des Treffens lautete: Energieerzeugung durch den Einsatz von Biomasse - Wie kann ein Netzwerk Planung, Bau und Betrieb unterstützen?

Herr Martick vom ÖKZ sprach in seinen einführenden Worten die entscheidenden Herausforderungen der nächsten Jahre an. Er verwies dabei speziell auf die zwei Schwerpunkte „Beschränkung des Wachstums“ und „Eroberung kleinster Strukturen“. Der erste Schwerpunkt klärt über die Notwendigkeit der Einsparung fossiler Ressourcen auf und der zweite zeigt, insbesondere mit den Schwerpunkten Biotechnologie und regionalen Wirtschaftskooperationen, Möglichkeiten auf, wie ein Wirtschaftswachstum praktikabel ist. Dafür ist es erforderlich neues, mehrwert-schaffendes Wissen in die Regionen zu transformieren und den (Land-) Wirtschaftsunternehmen und Dienstleistern anwendbar zu vermitteln. Dieser Aufgabe widmet sich im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe der ÖKZ e.V. mit seinem Projekt „Zentrum für zukunftsfähige Produkte der Landwirtschaft“ und den „Bockelwitzer Gesprächen“. Die Dokumentation des 2. Workshops kann hier gelesen werden.

Aufgrund der übereinstimmenden Ausrichtung des BioRegio-Projektes und seiner Ziele mit den Aufgabenstellungen des ÖKZ e.V. wurde eine zukünftige Kooperation vereinbart. Die Zusammenarbeit soll in Zukunft weiter vertieft werden, um Synergien mit einem regionalen Akteur nutzen zu können und eine möglichst hohe Akzeptanz bei den Landwirten und den Industrievertretern zu erreichen.

Alle Teilnehmer des Workshops stellten sich, ihre Projekte, Produkte und Dienstleistungen vor. Insbesondere die Vertreter aus Landwirtschaftsbetrieben informierten offen über die Probleme beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe bei der energetischen Verwertung, aber auch bei der stofflichen Nutzung. Dabei kristallisierten sich folgende Hauptfragestellungen heraus:

Getreide

  • Was ist der beste Weg der energetischen Verwertung von Getreide?
  • Welche Technologien sind zur energetischen Verwertung von Getreide verfügbar?
  • Gibt es Neuentwicklungen?

Stroh

 

  • Ist ein Logistikkonzept für die Region verfügbar?
  • Sind alle lokalen Akteure über die vorhandenen Möglichkeiten informiert –Potenziale/Technik?

Raps

  • Was ist der beste Weg der energetischen Verwertung von Raps: Rapsöl - RME?
  • Umesterung "vor Ort" – dezentral funktionierende Technologie verfügbar?
  • Ist ein Logistikkonzept für die Region verfügbar?

 Schellwachsende Hölzer

  • Wie ist die rechtliche Situation?
  • Untersuchung Angebot/Nachfrage – Welches Angebot an Holz besteht tatsächlich und wer kommt als Wärmeabnehmer in Frage?

Sonstige Aspekte

  • Welche Standorte kommen für Anlagen zur Strom/Wärmeproduktion in Frage?
  • Wie sind die Maschinenringe einzubinden? (hier Zusammenführung der Unternehmen Lehmann Maschinenbau GmbH, globos energy AG und Vertreter der Maschinenringe und deren Kunden-/Landwirten)
  • Aspekte der Landschaftspflege – Wie erfolgt die Pflege der stillgelegten Grünflächen?

Es wurde sich darauf verständigt, zur weiteren Konkretisierung von Vorhaben und der Diskussion aktueller Fragestellungen zunächst folgende Aspekte zu thematisieren :

  • Biogasanwendung (konventionell im BHKW und innovativ in Gasmotoren von landwirtschaftlichen Fahrzeugen) und der Abwärmenutzung
  • Aspekte der energetischen Nutzung von Raps – Rapsöl vs. RME
  • Aspekte des Energieholzanbaus – rechtliche und technologische Fragestellungen

Am 24.10.05 fand dazu - erneut in Kooperation mit dem ökologischen Kreativzentrum Sachsen e.V. als regionalen Akteur - ein weiterer Workshop im Technologiepark Mittweida mit dem Thema "Energetische Biomasseverwertung" statt. Als Referenten waren Dr. Große von der TU Dresden und Dr. Grunert von der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft eingeladen, die fachlich auf den Gebieten "Energieholzanbau" und "energetische Rapsverwertung" als Experten angesehen werden können. Damit konnten die Weichen für eine mögliche Zusammenarbeit mit der Modellregion "Erzgebirge" gestellt werden.

Als regionale Akteure konnten u.a. das Ökozentrum Nossen, der Ökohof Auterwitz, die Fa. Göbler, Vertreter der Maschinenringe Rochlitz e.V und Alt-Wettiner Land e.V., Vertreter des Landkreises Delitzsch, das Unternehmen Solotech Clausnitz, Mitarbeiter des BIOP-Institutes, der Bürgermeister der Gemeinde Zschadrass, Vertreter des Landratsamtes Mittweida sowie regionale Landwirte der Agraset e.G. und Agrobränsle Deutschland willkommen geheißen werden.

Neben der Diskussion der Themenfelder "Biokraftstoffe" und "Energieholzanbau" konnten über die Mas­chinen­ringe weitere Kontakte zu potentiellen Akteuren geknüpft und akteurs­nah Regionen- spezifische Anliegen und Überlegungen besprochen werden. Als weiterer thema­tischer Schwerpunkt der Veranstaltung wurde die Biogas-Anwendung als Kraft­stoff in landwirt­schaftlichen Fahr­zeugen andiskutiert und mögliche Interes­senten für ein DBU- Forschungsprojekt sondiert.

Die Beteiligung der 20 Akteuren an der Veranstaltung bzw. das Interesses und die Kooperationsbereitschaft der regionale Akteure kann als sehr hoch eingeschätzt werden.

In der Folgezeit sollen nun in kleinen Arbeitsgruppen insbesondere die Beteiligung regionaler Landwirte und Maschinenringe an Projekten zum Anbau und zur energetischen Nutzung von schnell wachsenden Baumarten, die Nutzung von Biogas in Fahrzeugen sowie die dezentrale Herstellung von Biodiesel vertieft werden. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftförderung Mittweida sollen dann konkrete Projekte für die Region auf den Weg gebracht werden.

Das Protokoll der Besprechungen der Arbeitsgruppen "Energieholz" und "Biogas als Kraftstoff" , die am 24.10.05 im Rahmen der Bocklewitzer Gespräche stattgefunden haben, stehen hier zum Download zur Verfügung.

Das 6. Bocklewitzer Gespräch "Netzwerkbildung im ländlichen Raum" findet am 13.März 2006 in der Ludothek in Bocklewitz statt. Beginn ist um 16:30 Uhr. Weitere Informationen zum Veranstaltungsort und zur Tagesordnung können Sie dem Veranstaltungsflyer entnehmen.